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1. Vorsorge

Darmkrebs im Frühstadium hat sehr gute Heilungschancen. Daher ist eine vorsorgliche Darmspiegelung oft lebensrettend. Polypen werden dabei sofort abgetragen und histologisch abgeklärt. Übrigens – ab dem 50. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Ihre Vorsorgekoloskopie. Die Vorsorgekoloskopie kann selbstverständlich ambulant beim niedergelassenen Gastroenterologen erfolgen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die Darmkrebs-Vorsorge!

Sollten Sie allerdings Symptome bemerkt haben, z.B. Blut im Stuhl, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, ungeplante Gewichtsabnahme, Schwäche oder Blutarmut, dann gehen Sie bitte sofort zu Ihrem Hausarzt. Er wird dann die weitere Abklärung veranlassen. Auch wenn Angehörige Ihrer Familie an Krebs erkrankt sind oder waren ist gegebenenfalls eine vorgezogene und engmaschige Vorsorge notwendig. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber.

 

     
2. Verdacht

Steht die Diagnose Darmkrebs fest, wird in der Darmsprechstunde der Chirurgie die Operation in allen Details mit dem Patienten besprochen. Ist eine Vorbehandlung (z.B. Bestrahlung) erforderlich, wird diese über die Tumorkonferenz eingeleitet.



 
     
3. Vorstellung im Darmzentrum Kaufbeuren

Parallel zu diesen Voruntersuchungen wird Sie Ihr Hausarzt oder Gastroenterologe zur weiteren Diagnostik und Therapie im Darmzentrum Kaufbeuren vorstellen. Je nach Befundlage wird er sich dabei an die Medizinische Klinik I, wenn weitere Abklärungen notwendig sind, oder an die Chirurgische Klinik I, wenn es um die Operationsplanung geht, wenden. Sie bekommen als Tumorpatient auf jeden Fall sofort einen Termin in der nächsten Sprechstunde.

In der Darmsprechstunde werden wir dann mit Ihnen die Diagnose, weitere Untersuchungen und mögliche Behandlungsalternativen genau besprechen. Dafür ist es ganz wichtig, dass Sie zur Erstvorstellung im Darmzentrum Kaufbeuren alle Unterlagen, Befunde und Bilder (am besten zusätzlich auf CD) mitbringen. Natürlich interessieren uns auch Unterlagen zu Ihren Vorerkrankungen oder früheren Operationen sowie Ihre Medikamente. Lassen Sie sich die Unterlagen von Ihrem Hausarzt zusammenstellen; nur so können wir ohne Zeitverzug Ihre weitere Behandlung kompetent mit Ihnen planen.

 

     
4. Vorstellung in der Tumorkonferenz

An der Behandlung von Darm- oder Mastdarmkrebs (Kolorektale Karzinome) im Darmzentrum Kaufbeuren sind viele Spezialisten beteiligt. Die Operation ist zwar die wichtigste, aber nicht immer einzige Therapieoption. Manchmal ist es sinnvoll, vor einer Operation eine Chemotherapie oder kombinierte Strahlen- und Chemotherapie vorzuschalten, um den Tumor zu verkleinern, eine Streuung zu verhindern oder gar einen Schließmuskelerhalt zu ermöglichen. In anderen Fällen erfolgt dies nach der Operation. Bei sehr kleinen Tumoren kann auch einmal die endoskopische Entfernung ausreichend sein. Schließlich ist die Wahl einer Chemotherapie von vielen Faktoren abhängig - so sind manchmal auch Genanalysen erforderlich. Weiterhin sind patientenabhängige Faktoren zu berücksichtigen wie Alter, Vorerkrankungen, Operationsfähigkeit und natürlich die persönlichen Bedürfnisse und Einstellungen unserer Patienten.

Daher ist die „Tumorkonferenz“ das Herzstück der Arbeit im Darmzentrum Kaufbeuren. Jeder Patient muss vor Beginn und nach einer Therapie in der wöchentlich stattfindenden „Tumorkonferenz“ vorgestellt werden. Fachexperten aus den jeweiligen Abteilungen erarbeiten in der Tumorkonferenz, basierend auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Therapie-Leitlinien der Fachgesellschaften (S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom), eine individuelle und maßgeschneiderte Therapieempfehlung für jeden Patienten. Auch die Durchführung der Therapieempfehlungen wird in der Tumorkonferenz überprüft und die Qualität unserer Arbeit beurteilt. Nur so kann dauerhaft eine Versorgung auf höchstem Niveau sichergestellt werden.

 
     
5. Stationäre Aufnahme

Für die Zeit Ihres Krankenhausaufenthaltes werden Sie von unserem Pflegedienst sowie unserer krankengymnastischen Abteilung fürsorglich betreut. In der Regel dauert der Krankenhausaufenthalt bei uns acht bis vierzehn Tage.




 
     
6. Operation

Ist eine Operation erforderlich, werden Sie im Darmzentrum Kaufbeuren von speziell geschulten Darmchirurgen (Viszeralchirurgen) operiert. Dabei kommen neueste, gewebeschonende Operationstechniken zum Einsatz, in vielen Fällen können wir die Operationen beim Darmkrebs auch minimalinvasiv, laparoskopisch durchführen. Unter der Operation werden regelhaft weitere Proben aus dem Bauchraum zum Ausschluss einer Tumorstreuung entnommen und immer auch die Leber mittels intraoperativem Ultraschall nach Metastasen abgesucht. Ein weiterer Anspruch sind funktionserhaltende Operationen in Schließmuskelnähe, so dass auch bei tiefen Mastdarmtumoren in den meisten Fällen auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang (Stoma) verzichtet werden kann. Um die Kontinenzleistung nach schließmuskelerhaltenden tiefen Mastdarmentfernungen dauerhaft zu verbessern, werden besondere Techniken der Kontinuitätswiederherstellung angewandt (J-Pouch, Coloplasty, Baker-Anastomose).
 

     
7. Schnellschnitt

Mit dem Schnellschnitt aus dem Institut für Pathologie Kaufbeuren können Gewebeproben während der Operation untersucht werden und die daraus gewonnen Erkenntnisse während der laufenden Operation therapeutisch umgesetzt werden. Anschließend erfolgt die exakte Aufarbeitung des entnommenen Gewebes. Dabei liegen die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung innerhalb weniger Tage vor. Sind allerdings Spezialuntersuchungen notwendig, bestimmte Tumorgewebemarker (Immunhistochemie) oder molekulargenetische Untersuchungen (Mikrosatelitteninstabilität, MSI) oder wird ein Referenzpathologe für eine Zweitmeinung hinzugezogen, braucht es mehr Geduld bis das abschließende Untersuchungsergebnis vorliegt.

 
     
8. Nach der Operation

Angst vor Schmerzen? – Natürlich ist eine Operation keine angenehme Situation, aber insbesondere die Angst vor Schmerzen nach der Operation möchten wir Ihnen nehmen. In Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Anästhesie und Schmerztherapie werden wir für Sie in jeder Situation eine adäquate Schmerztherapie sicherstellen können. Dazu stehen uns moderne Techniken wie rückenmarksnahe Schmerzkatheter (PDK) oder Schmerzpumpen mit „Selbstbedienung“ (PCA-Pumpe) zur Verfügung. Für besondere Situationen ist ein Akut-Schmerzdienst an unserem Darmzentrum etabliert.

Bettruhe? – Nein! Nach der Operation wollen wir Sie möglichst rasch wieder in Bewegung und aus dem Bett bringen. Dabei werden Sie intensiv durch unsere Pflegekräfte und Krankengymnastik unterstützt. Eine strenge Bettruhe ist nach Darmoperationen nicht erforderlich! Ganz im Gegenteil, rasche Mobilisation und intensive Atemgymnastik sind die beste Vorbeugung gegen die häufigsten Komplikationen wie Thrombose oder Lungenentzündung.

Hunger? – ein Schluck Tee oder stilles Wasser sind unmittelbar nach der Operation erlaubt. Am 1. Tag nach der Operation erhalten Sie flüssige Kost, der weitere Kostaufbau richtet sich dann nach Ihrem Wohlbefinden und der einsetzenden Darmtätigkeit. Generell sind nach der Operation kleine, aber häufige (6 x täglich) Mahlzeiten und gutes Kauen vorteilhaft. Solange Sie noch nicht ausreichend Essen und Trinken können, erhalten Sie Infusionen über die Vene.
 


     
9. Tumorkonferenz nach der Operation oder Therapie

In der Tumorkonferenz wird nach jeder Operation oder Therapie nochmals in einem Team von Fachexperten die weitere Therapieplanung ausführlich besprochen. Dabei liefern insbesondere die endgültige Beurteilung der Operationspräparate durch die Pathologen weiterführende Hinweise. Die Tumorart, exakte Größe und Ausdehnung des Tumors, Anzahl der befallenen Lymphknoten, Metastasen oder Befall von Nachbarorganen sowie Vollständigkeit und Qualität der operativen Entfernung (R-Status, Mecury-Stadium) fließen in eine Stadieneinteilung ein (TNM-System, UICC-Stadium). Daraus lässt sich eine Empfehlung für die Nachbehandlung (Chemotherapie, Strahlentherapie oder Nachsorge) ableiten, die dann für jeden Patienten geprüft und festgelegt werden muss.
 


     
10. Beratung

Die Empfehlung der Tumorkonferenz werden wir mit unseren Patienten ausführlich besprechen und die Therapiealternativen aufzeigen. Dazu werden Sie auch unsere Fachexperten (Onkologe, Strahlentherapeut) besuchen. Für die Nachbehandlung werden die Verantwortlichkeiten und Termine festgelegt, so dass unsere Patienten mit einem fest geschnürten Behandlungspaket aus der stationären Behandlung entlassen werden. Wir empfehlen in diese Gespräche auch Ihre Angehörigen miteinzubeziehen.

Tumorerkrankung und Operation stellen immer auch eine besondere Belastungssituation dar, die mehr oder weniger gut „verdaut“ wird. Fragen drängen, wie es weitergeht zu Hause und in der Familie, mit der Arbeit und Kollegen, vielleicht sind Sozialleistungen oder häusliche Versorgungen zu klären. Wir schalten daher regelhaft schon vor der Operation unseren Sozialdienst und unseren Psychoonkologischen Dienst in die Behandlung mit ein. Dies sind Angebote - Sie als Patient entscheiden, ob und wie intensiv Sie diese Dienste nutzen wollen.

Begleitend erfolgt eine Ernährungsberatung mit nützlichen Tipps für die Zeit nach der Operation. Auch hier sind Angehörige willkommen.

Schließlich ist während des stationären Aufenthaltes die Notwendigkeit einer Rehabilitations-Massnahme (Reha, AHB, geriatrische Frührehabilitation) zu klären. Wir werden dies zusammen mit unserem Sozialdienst für Sie beantragen können.

 




     
11. Entlassung aus dem Krankenhaus

In der Regel müssen Sie nach einer Darmoperation mit einem Krankenhausaufenthalt von 8 – 14 Tagen rechnen. Wir bemühen uns, den genauen Entlassungszeitpunkt mindestens 2 Tage im Voraus mit Ihnen und Ihren Angehörigen festzulegen. Vor der Entlassung erfolgt nochmals ein Abschlussgespräch zu den wesentlichen Behandlungsergebnissen und der weiteren Therapieplanung. Auf Wunsch führen wir diese Gespräche gerne im Beisein von Angehörigen. Mit der Entlassung aus der stationären Behandlung erhalten Sie einen Arztbrief, der alle wesentlichen Behandlungsdaten (Diagnose, Therapie, Pathologie, Verlauf, Empfehlungen der Tumorkonferenz, Weiter- und Nachbehandlungsempfehlungen) beinhaltet und so eine lückenlose Weiterversorgung ermöglichen soll. Behalten Sie immer eine Kopie des Entlassungsbriefes bei Ihren persönlichen Unterlagen! Dazu bekommen Sie einen ausgefüllten Nachsorgepass, in den Ihre persönlichen Tumor- und Nachsorgedaten zur Verlaufskontrolle eingetragen werden. Bitte legen Sie diesen Nachsorgepass bei jeder Therapie oder Nachsorgeuntersuchung Ihrem Arzt zur Ergänzung vor.
 
 

     
12. Nachbehandlung

Sollte eine Nachbehandlung (Chemotherapie oder Strahlentherapie) erforderlich sein, ist dies im Darmzentrum ambulant möglich. Auch klären wir, ob eine Chemotherapie heimatnah am Krankenhaus oder beim niedergelassenen Onkologen durchgeführt werden kann.









 
 
     
13. Nachsorge

Die regelmäßige Nachsorge findet beim Hausarzt oder niedergelassenen Gastroenterologen statt, der bei auffälligem Befund den Patienten wieder im Darmzentrum vorstellt. Informationen zur Nachsorge finden Sie in Ihrer Patientenmappe (Download Nachsorge Dickdarmkrebs DZK) und in Ihrem Nachsorgepass. Ihr Arzt erhält weitere Angaben mit unserem Entlassungsbrief. Als Darmzentrum sind wir sehr an Ihrer Nachsorge und den Befunden interessiert, da wir nur so den weiteren Verlauf unserer Patienten beurteilen können. Wir werden uns von Zeit zu Zeit schriftlich oder telefonisch bei Ihnen und Ihrem Hausarzt melden, um an die Nachsorge zu erinnern und die Befunde abzufragen. Bitte helfen Sie uns mit diesen Informationen, die Qualität unserer Behandlung auch im Vergleich mit anderen Kliniken zu beurteilen und Verbesserungspotentiale zum Wohle nachfolgender Patienten zu nutzen (Download: Nachsorgemeldung-Faxvorlage).
 
 




     
14. Studien

Medizinischer Fortschritt zum Wohle unserer Patienten, die Verbesserung der Heilungschancen durch eine bestimmte Therapie, kann nur durch seriöse wissenschaftliche Untersuchungen (Studien) generiert werden. Krankheitsverläufe werden unter einer bestimmten Therapie beobachtet und analysiert (Beobachtungsstudien) oder aber etablierte Therapieverfahren mit neuen Therapieansätzen verglichen (Vergleichstudien). In geeigneten Fällen werden wir Sie daher um die Teilnahme an einer Studie bitten. Die Studienteilnahme ist immer freiwillig und man kann jederzeit von einer Teilnahme zurücktreten. Alle Studien wurden im Vorfeld durch eine so genannte Ethikkommission geprüft und zugelassen.
 
 

     
15. Krebsregistrierung in Bayern – Tumorregister

Wir brauchen genaue Daten über die Häufigkeit und Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland, damit Erkrankungsursachen intensiver erforscht und Vorbeugung, Diagnostik und Therapie weiter verbessert werden können. (www.krebsregister-bayern.de)

Wenn bei Ihnen eine bösartige Erkrankung festgestellt wurde, sollte diese von Ihrem behandelnden Arzt in der Praxis oder der Klinik an das zuständige Tumorregister gemeldet werden. Für den Bezirk Schwaben ist dies das Tumorregister Augsburg.

Krebspatientinnen und -patienten profitieren davon, dass Entscheidungen auf dem in Registern gesammelten Wissen aufbauen. Krebsregister sind ein Mittel zur Qualitätssicherung und unterstützen als "Informationsdrehscheiben" die Kooperation aller Ärzte aus den verschiedenen Fachrichtungen

Die Daten unterliegen einem strengen Datenschutz. Ihre persönlichen Daten werden so verschlüsselt, dass Name und Anschrift nicht mehr daraus entnommen werden können

Bitte lassen Sie Ihre Daten an das Krebsregister melden! (Download: Patienten-Poster-Krebsregister; Faltblatt-Krebsregister).
 

   

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